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Intelligente Verteidigungsware
Über Gotham-KI von Palantir und die Geschichte der Geheimdienste
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Intelligente Verteidigungsware

#IT   #Ukraine  
Historisch gesehen hatte der militärische Nachrichtendienst einen frühen, aber mächtigen Gegner, bevor das Sammeln von Informationen zur Vorwegnahme der Zukunft zur vorherrschenden Form der militärischen Beratung wurde: religiöse Prophezeiung. Lange Zeit war göttlicher Rat die einzige Möglichkeit für militärische Führer, eine Ahnung davon zu bekommen, ob eine bestimmte militärische Taktik oder Strategie erfolgreich sein würde oder nicht. Im alten Rom brachten Anführer deshalb ihre sogenannten Auguren - eine hoch angesehene Klasse von Sonderpriestern - mit an das Schlachtfeld. Diese Priester sagten zum Beispiel durch das Verhalten von Hühnern voraus, wie die Aussichten für bestimmte militärische Aktionen seien. Einige Jahrhunderte zuvor hatte der chinesische General Sun Tzu in seinem berühmten Buch 'Die Kunst des Krieges' dargelegt, dass Spione und das Sammeln von Informationen über den Feind ein wesentlicher Bestandteil einer effektiven Militärstrategie sein sollten.

Auguren gehörten während der Römischen Republik bis 27 v. Chr. zu den höchsten Mitgliedern der politischen Klasse. Sie waren angesehene Repräsentanten des Staates, gleich nach den Konsuln, Politikern mit enormen juristischen Befugnissen.
US-Senat-Logo mit Faszien
Während ihrer Amtszeit trugen Konsuln - nicht die Auguren - so genannte 'Faszien' neben oder an sich, ein seltsames Bündel von Holzstöcken, an dem ein Doppelschwert befestigt war. Das Wort wurde übrigens einige tausend Jahre später von Mussolini übernommen, der 1921 als erster seine politische Partei 'Nationale Faschisten' nannte.

Palantir, ein Softwareunternehmen mit Sitz in Denver, Colorado, und einer starken Basis im Silicon Valley, scheint es geschafft zu haben, die beiden historischen Vorhersagemethoden in einer einzigen zu kombinieren. Das 2003 gegründete Unternehmen macht sich die Leistungsfähigkeit von Algorithmen der künstlichen Intelligenz zunutze und wurde schon früh von der CIA unterstützt. Palantirs Software erstellt nach der Analyse und Berechnung riesiger Daten- und Informationsmengen durch neuronale Softwarenetzwerke intelligente Vorhersagen für die verschiedensten Industrien und Branchen, insbesondere auch und besonders für das Militär.

Wir gründeten das Unternehmen, um Software für Verteidigungs- und Nachrichtendienste zu entwickeln, deren Budgets größer waren als die Volkswirtschaften einiger Länder. Sie hatten das Personal und die finanziellen Mittel, aber nicht die Software, die sie für ihre Arbeit benötigten. Die etablierten Unternehmen, die diese Branche beherrschten, hatten Zehntausende von Mitarbeitern und praktisch unbegrenzte Ressourcen. Wir hatten etwa fünf Leute und eine Idee für ein Produkt.

Palantir CEO und Mitgründer Alexander Karp im Jahresbrief von 2022

Zu den Kunden von Palantir gehören seit 2013 mindestens zwölf Gruppen innerhalb der US-Regierung, darunter die CIA, das FBI, das DHS, die NSA, das CDC, das Marine Corps, die Air Force, das Special Operations Command, die United States Military Academy und das National Center for Missing and Exploited Children. Palantir, dessen Name sich auf einen von J.R.R. Tolkien erfundenen Begriff für sieben geheimnisvolle Visionssteine in seinem berühmten Buch 'Der Herr der Ringe' bezieht, bietet verschiedene Softwaresysteme an, von denen eines den Codenamen Gotham trägt. Dieser wiederum bezieht sich auf die korrupte Metropole aus den berühmten Batman-Comics und späteren Filmen.

Es muss schon vor einigen Jahren etwas über Palantir geglänzt haben, als der neu gewählte US-Präsident Donald Trump etwa einen Monat vor seinem Amtsantritt im Januar 2017 ein Treffen mit Amerikas Top-Tech-Führungskräften hatte. Unter den Direktoren von Apple, Google, Facebook und anderen Unternehmen war auch Alexander Karp, CEO von Palantir - wahrscheinlich durch Hinweise von Trumps Tech-Strategie-Berater und berühmtem IT-Investor Peter Thiel.

Das High-Tech-Unternehmen selbst zeigt in einem interessanten Video, wie es dazu beigetragen hat, traditionelle militärische Auseinanderetzungen umzukrempeln. Batmans Gotham scheint dabei mittlerweile von Palantir auf den Kopf gestellt worden zu sein, wenn man es bei verschiedenen Militäroperationen in Aktion sieht, auch im Krieg zwischen der Ukraine und Russland:



Das System von Palantir ermöglicht eine neue Art von militärischem Verhalten. Während in der Vergangenheit militärische Operationen und Strategien ausschließlich von Generälen, Soldaten und Ausrüstung abhingen, hat ein neuer Akteur die militärische Arena betreten, welcher in der Lage ist, den Beteiligten vollständige Operationen und sogar Strategien vorzuschlagen: künstliche Intelligenz.

Die Russen setzen ihre Artillerie ein, als wäre es der Erste Weltkrieg. Was die Ukrainer tun, ist etwas völlig anderes. Eine digitale Armee kämpft gegen eine analoge Armee. Was Sie sehen, ist, dass die digitale Armee, obwohl sie nur einen Bruchteil der Größe hat, in der Lage ist, ihren analogen Gegner massiv zu übertreffen.

Eine nicht genannte Militär-Quelle über Palantirs Gotham-System laut The Times vom 24. Dezember 2022

Damit Palantirs Algorithmen effektiv sein können, benötigen diese Milliarden und Abermilliarden von historischen digitalen Datenpunkten, die in der Vergangenheit zu einem bestimmten Ergebnis führten. Je mehr davon, desto besser ist der Algorithmus in der Lage, neue Szenarien und Ergebnisse mit hoher Qualität vorherzusagen. Palantir nimmt dazu die Daten von bis zu 300 kommerziellen und staatlichen Satelliten, sowie von Drohnen in das neuronale Netzwerk auf. In der Ukraine stützt sich das System auch auf Informationen vom Boden; die Regierung in Kiew hat eine Webplattform eingerichtet, auf der Bürger die Positionen von russischen Streitkräften melden und deren Positionen hochladen können. Die Regierung in Kiew war zudem im Februar 2022 schnell bereit, ihre wichtigen und zum Teil vertraulichen Daten ab dem Tag des russischen Einmarsches vollständig auf die Cloud-Infrastruktur von Amazon zu übertragen.

Mit all diesen massiven Daten ist Gotham in der Lage, versteckte Panzer, getarnte Bataillone, sorgfältig abgeschirmte Raketenwerfer und vieles mehr vorherzusagen. Es schlägt komplette strategische Züge und Taktiken vor, die manchmal nicht einmal von langjährigen Militärexperten in Betracht gezogen werden. Und je länger ein Krieg andauert, desto mehr kann Palantirs neuronale Software lernen und bessere Algorithmen liefern. Der unbestrittene Gewinner des Ukraine-Krieges könnte eines Tages niemand anderes als das Softwareunternehmen mit derzeitigem Sitz in Denver und der nationale Sicherheitsapparat der USA sein, dem Palantir dient. Unter Anderem dank Palantir sind traditionell geführte Kriege zu Informationskriegen geworden. Der entscheidende Faktor für einen Sieg ist nicht mehr die Anzahl der Soldaten und Waffen auf dem Schlachtfeld, sondern die Qualität des neuronalen Netzes und somit der künstlichen Intelligenz einer Armee. Macht wird zunehmend auf Softwarearchitekten übertragen, deren Fähigkeiten können schon heute den Ausgang eines Krieges maßgeblich mitbestimmen. Dies gilt umso mehr in der Zukunft, wenn zwei oder mehr gegnerische KI-Systeme indirekt auf dem Schlachtfeld gegeneinander kämpfen werden.


Durchaus ähnlich zu Auguren und Konsuln, die um das wertvollste politische Amt in der römischen Republik konkurrierten.







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