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Liebesgrüße aus Washington DC
Über eine amerikanische Anklage und die Kirche in England
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Liebesgrüße aus Washington DC

Die Wortwendung 'Hocus Pocus' ist sicherlich vielen bekannt. Sie wurde erstmals Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in der englischen Umgangssprache verwendet und bezog sich wohl auf den in der römisch-katholischen Kirche vollzogenen Messfeier-Spruch "hoc est corpus meum". Nachdem sich im Jahre 1531 die Kirche in England von Rom abspaltete, sprach man schon bald die gesamte Wortwendung nur noch verkürzt als 'hocus' aus. Etliche Jahrhunderte später nutze man nur noch die verkürzte Form 'hoax', welche heutzutage im englischen Sprachraum allgegenwärtig ist. Gut möglich, dass das Wort über die Jahrhunderte in England aufgrund der geschichtlichen Zusammenhänge an Bedeutung gewann: Hocus Pocus oder Hoax bezeichnet einen Schwindel oder Zaubertrick, welcher den zunächst staunenden Zuschauer nach etwas Überlegung und Nachdenken zumeist freudig diesen als Betrug erkennend dastehen lässt.

In gar nicht so unählicher Weise scheint sich Hillary Clintons Politkampagne, die halbe US Regierung und die meisten Massenmedien ab dem Jahre 2016 aufgemacht zu haben, um in einem weltumspannenden Schwindel den größten Teil der Menschheit jahrelang davon zu überzeugen, dass Clintons Gegenkandidat Donald Trump ein Agent und Spion der russischen Regierung sei.



Begründet wurde dies in erster Linie mit sogenannten 'geheimen Insiderinformationen' aus Russland, die man nutzte, um Trumps politische Kampagne vor und nach den Wahlen von 2016 mit offizieller Beteilung des dortigen FBI ausspionieren zu lassen und mehrfache Anklagen auch gegen Trumps Mitarbeiter zu rechtfertigen. Schon wenige Wochen nach Vereidigung des neuen US Präsident im Januar 2017 wurde mit großem Tam-Tam und Getöse maßgeblich aufgrund dieser geheimen Insiderinformationen ein Sonderermittler eingesetzt, den man mit machtvollen rechtlichen Befugnissen ausstattete. Dieser ließ mit Hilfe der meisten globalen Massenmedien ca. zwei Jahre lang direkt und indirekt der Welt mitteilen, dass Donald Trump,
Steele wurde für die Zusammenstellung der Seiten beauftragt von Fusion GPS, welche von der Anwaltskanzlei Perkins Coie bezahlt wurden, die wiederum mehrere Millionen von Hillary Clintons Politkampagne erhielt.
seine Familienmitglieder und etliche Mitarbeiter faktisch bezahlte Agenten Russlands seien und im Bett mit der halben russischen Regierung im Kreml lägen.

Es brauchte Monate im US Kongress und US Senat, um nach intensiven Untersuchungen herauszufinden, dass diese angeblichen geheimen Insiderinformationen die aus einem Anti-Trump Dossier des ehemaligen MI-6 Spions aus England mit Namen Christopher Steele

Christopher Steele (abc News)
waren, der für die Zusammenstellung der Seiten beauftragt wurde von einer politischen Beraterfirma mit Namen 'Fusion GPS', welche von der Anwaltskanzlei Perkins Coie bezahlt wurde, die wiederum mehrere Millionen von Hillary Clintons Politkampagne DNC erhielt.

Was von 2017 bis mindestens 2020 in der Politiklandschaft der USA dann folgte, erinnert durchaus an den berühmten, unter Beteiligung von Sean Connery verfilmten, mittelalterlichen Kirchen-Kloster-Kriminalroman "Der Name der Rose" von Umberto Eco. Unschuldige Mitarbeiter Trumps wurden nachweislich durch das FBI verfolgt, verleumdet und publikumswirksam vor den Sonderermittler gezogen. Es wurden 19 Anwälte eingesetzt, 40 FBI Agenten, über 2800 Vorladungen, 500 Durchsuchungsbefehle, 13 Anfragen an ausländische Regierungen und über 500 Zeugenbefragungen durchgeführt, damit man dann Mitte 2019 ganz offiziell mitteilte, dass keinerlei strafrechtlich sonderlich zu erwähnenden Verbindungen des US Präsidenten mit Russland auszumachen seien. Nur wenig später wurde dann auch gleich noch der neu gewählte Präsident der Ukraine Zelenskiy mit in das Schlamassel hineingezogen und nach einem öffentlich publizierten, ca. 20-minütigen Telefongespräch mit Trump ein Amtsenthebungsverfahren durch die US-Demokratische Partei in den USA gegen den eigenen Präsidenten eingeleitet, welches ebenso kläglich scheiterte.

Nachdem man einen US-amerikanischen Staatsanwalt mit Namen Durham am 19. Oktober 2020 als Sonderermittler bezüglich der gesamten Angelegenheit ernannte und dieser ein Jahr später einen Anwalt der Clinton-Kampagne mit Namen Sussmann anklagen ließ wegen der unsäglichen Trump/Alfa-Bank Verleumdungen, gab es Anfang November 2021 ganz erstaunliche Neuigkeiten bezüglich der Sache. Dies durch Durhams Anklageschrift des US-Justizministeriums gegen eine seit vielen Jahren in den USA lebende Person mit Namen Igor Danchenko - ziemlich explosive Darlegungen, die von den meisten Massenmedien weltweit bisher jedenfalls ziemlich elegant umgangen wurden:



In der Anklageschrift werden zunächst eine Reihe von Sachverhalten aufgeführt, die bereits zuvor über Igor Danchenko bekannt waren, z. B. dass das FBI bereits im Januar 2017 mit der Befragung von Danchenko begonnen hatte. Der interessante Teil beginnt ab Seite 5, wo man liest, dass Danchenko ab 2005 für den "Think-Tank I" in Washington, DC tätig war. Bei diesem 'Think-Tank I' handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Politikberatungsfirma Brookings Institution, über die man

Fiona Hill
Danchenko im Juni 2010 mit Christopher Steele bekannt machte. Schlüssel dabei war eine Person mit Namen Fiona Hill, die offenbar einen allerersten persönlichen Kontakt zu Christopher Steele herstellte und die auch im oben erwähnten gescheiterten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ein Schlüsselzeuge im US Kongress war. Nach Bekanntmachung durch Fiona Hill wurde Danchenko angestellt, und begann ab 2011 für Steele zu arbeiten.

Es wird weiter ausgeführt, dass Christopher Steele ab Juni 2016 "hauptsächlich von DANCHENKO bereitgestellte Informationen" nutzte, der "begann, das [Dossier] mit angeblichen Beweisen für
Danchenko wurde PR Executive-I vorgestellt, der als Vorsitzender einer Organisation der Demokraten, Vorsitzender der Kampagne des ehemaligen Präsidenten Clinton sowie als Berater der Präsidentschafts-Kampagne von Hillary Clinton 2008 tätig war.
illegale Verbindungen zwischen Trump und der russischen Regierung zusammenzustellen und zu verfassen. Am oder um den 5. Juli 2016 übermittelte [Steele] den ersten der [Dossier] Berichte an einen FBI-Agenten in Übersee
".

Danchenko wurde zuvor einer gewissen 'PR Executive-I' Person vorgestellt, die laut Anklageschrift "als (1) Vorsitzender einer nationalen politischen Organisation der Demokraten, (2) Landesvorsitzender der Präsidentschaftskampagnen des ehemaligen Präsidenten Clinton 1992 und 1996 und (3) als Berater der Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton 2008 tätig war. Darüber hinaus ernannte Präsident Clinton ab etwa 1997 PR Executive-I für zwei vierjährige Amtszeiten in eine Beratungskommission des US-Außenministeriums." Weiter wird angegeben, dass PR Executive-I "im Hinblick auf die Clinton-Kampagne 2016 aktiv Wahlkampf betrieben und als Freiwilliger im Namen von Hillary Clinton bei Anrufen und Veranstaltungen teilgenommen" hat.

Viele glauben, dass es sich bei dieser 'PR Executive-I' Person um den langjährigen Clinton-Helfer Charles H. Dolan Jr. handelt, der zuvor für russisch-staatliche Energieunternehmen tätig war und sich um deren globale PR-Strategien kümmerte,

Charles H. Dolan Jr.
wobei 'PR Executive-I' auch mit Regierungsbeamten des Kremls verkehrte, darunter der "Pressesekretär der russischen Präsidialverwaltung, der stellvertretende Pressesekretär und andere in der Presseabteilung des russischen Präsidenten".

In der Anklageschrift wird weiter ausgeführt, wie ein Organisator von "PR Executive-I" eine Konferenz im Oktober 2016 in Moskau und eine Vorbereitungsreise im Juni 2016 in genau demselben Hotel planten, welches auch im Dossier erwähnt wird. Die Reise im Juni 2016 wurde laut Anklageschrift auch mit zwei russischen Pressesekretären koordiniert, die ebenfalls im Dossier erwähnt werden. Danchenko traf sich am 14. Juni 2016 mit Dolan und seinem Organisator in Moskau. Drei Tage später war Danchenko wieder in London und unterrichtete seinen Chef Christopher Steele, um dann im Oktober 2016 nach Moskau zurückzukehren und ebenfalls an der Konferenz teilzunehmen.

Während all dieser Monate stand Danchenko in Kontakt mit einer Unterquelle, die er aus seiner Kindheit in Russland kannte. Bei dieser Person handelt es sich höchstwahrscheinlich um Olga Galkina, eine russische Staatsangehörige und PR-Managerin, die sich zu dieser Zeit in Zypern aufhielt. Der Anklageschrift zufolge schickte Dolan an Galkina ein von Clinton signiertes Buchgeschenk und versprach, sie "für einen Posten in der russischen Präsidialverwaltung" vorzuschlagen. In einer E-Mail vom September 2016 schrieb Galkina, dass Charles Dolan "mich ins [US-]Außenministerium bringen würde, wenn Hillary [Clinton] gewinnt".

Der Anklageschrift zufolge hat Danchenko von seiner Reise nach Moskau im Juni und Oktober 2016 bis zum Dezember desselben Jahres Informationen für die Zusammenstellung des Dossiers erhalten. Offenbar nahm er auch einige Informationen von 'PR Executive-I' auf, die Dolan seinerseits bei Treffen mit russischen Staatsangehörigen gesammelt hatte, wie verschiedene in der Anklageschrift zitierte E-Mails von Danchenko zeigen. Einige dieser E-Mail-Zeilen stimmen fast eins-zu-eins genau mit Sätzen aus dem Dossier überein.

Ich stehe zu der Arbeit, die wir geleistet haben, zu den Quellen, die uns zur Verfügung standen, und zu der Professionalität, die wir dabei an den Tag gelegt haben. Trump selbst mag keine Geheimdienstinformationen, weil deren Wahrheitsgehalt für ihn unbequem ist.

Christopher Steele im Interview mit abc News vom 17. Oktober 2021


Besonders bemerkenswert sind einige Erklärungen von 'PR Executive-I' in E-Mails an Danchenko bezüglich einem angeblichen Freund aus der Republikanischen Partei ("ein GOP-Freund von mir"), den Dolan 2016 angeblich getroffen hatte und der explosive Trump-Hinweise habe.
Ähnliches geschah mit Dossier-Behauptungen über verschiedene russische Diplomaten, Stabschefs und Kammerpräsidenten: Danchenko und/oder Dolan hatten reale Interaktionen und diese für die Verwendung im Dossier entweder verdreht oder inszeniert.
In der Anklageschrift heißt es, dass, Zitat: "[Dolan] hat später gegenüber dem FBI zugegeben, dass er im Zusammenhang mit diesen Informationen, die er an DANCHENKO weitergegeben hat, sich nie mit einem 'GOP-Freund' getroffen hat, sondern vielmehr die Tatsache des Treffens in seiner Kommunikation mit DANCHENKO erfunden hat. PR Executive-I bezog die Informationen über [ein GOP-Freund] stattdessen aus öffentlichen Nachrichtenquellen".

Igor Danchenko
Um die Dinge zum fast-religiösen Klimax zu bringen kommt hinzu, dass Danchenko dem FBI zuvor in verschiedenen offiziellen Interviews angegeben hatte, dass er trotz der Tatsache, dass er 'PR Executive-I' seit über 12 Jahren kennt, er angeblich nie mit Dolan über das Dossier gesprochen habe und 'PR Executive-I' seiner Ansicht nach auch keineswegs "irgendwie in das Dossier involviert gewesen" sei.

In der Anklageschrift wird weiter sehr detailliert beschrieben, wie Danchenko und 'PR Executive-I' in genau dem Moskauer Hotel unterkamen, in dem Trumps angebliche "sexuelle Handlungen mit Prostituierten" stattgefunden haben sollten. Danchenko und Dolan wurden 2016 durch das Hotel geführt, trafen dort die Generaldirektoren und bekamen die Präsidentensuite gezeigt, in der Trump Jahre zuvor abgestiegen war. Ähnliches geschah mit Dossier-Behauptungen über verschiedene russische Diplomaten, Stabschefs und Kammerpräsidenten: Danchenko und/oder Dolan hatten laut Anklageschrift reale Interaktionen mit etlichen Personen und diese für die Verwendung im Dossier entweder vollends verdreht, oder gar komplett inszeniert.

Die Anklageschrift schließt mit einer ausführlichen Erläuterung von fünf Anklagepunkten. Einige Wochen darauf mahnt der Sonderermittler Interessenskonflikte von Anwälten derjenigen Kanzlei an, die Danchenko vor Gericht verteidigt. Laut Ausführungen des US Justizministeriums vom 17. Dezember 2021 gibt es etliche anwaltliche Verschränkungen dort mit den Clintons und deren Politkampagne, welche für das Dossier bezahlt hatten.


Auch die Geldspur hinter den Dossier-Zahlungen ist es wert, näher betrachtet zu werden. Bereits 2018 wurde aufgedeckt, dass "7 bis 10 wohlhabende Spender, hauptsächlich in New York und Kalifornien ansässig" eine Beratungsfirma namens Penn Quarter Group mit angeblich "50 Millionen US-Dollar" finanziert haben. PQG wurde von Daniel Jones geleitet, einem ehemaligen Mitarbeiter der kalifornischen Senatorin Diane Feinstein. Die Penn Quarter Group, kurz PQG, hatte sich laut Aussagen von Jones selbst 2016 die Dienste von Christopher Steele gesichert und

Daniel Jones
ihn für die "Aufdeckung ausländischer Einflussnahmen auf westliche Wahlen" bezahlt.

Daniel Jones leitete auch eine andere, in Washington DC ansässige gemeinnützige Organisation namens "The Democracy Integrity Project". Laut deren IRS-Steuererklärung aus dem Jahr 2020 (Seite 8) wurde eine halbe
Laut Steuererklärung von 2020 wurde eine halbe Million US-Dollar an ein Unternehmen namens "Walsingham Partners" überwiesen, eine Firma, die von Christopher Steele geleitet wird. 
Million US-Dollar an ein Unternehmen namens "Walsingham Partners" überwiesen, eine Firma, die von Christopher Steele höchstpersönlich geleitet wird. Das Steuerdokument listet ein weiteres Unternehmen aus Washington, DC mit Namen Bean LLC auf, das in 2020 mit 400.000 US-Dollar von Jones' TDIP finanziert wurde. Diese Bean LLC ist die Washington-Filiale einer im Steuerparadies Delaware ansässigen Muttergesellschaft mit demselben Namen; beide sind ansonsten als die politische Beratungsfirma Fusion GPS bekannt.

Bereits drei Jahre zuvor hatte Jones' TDIP mit seiner am 31. Januar 2017 gegründeten Organisation insgesamt 3,5 Millionen US-Dollar an dieselbe Bean LLC und Walsingham Partners gezahlt, wie aus deren IRS-Steuerunterlagen von 2017 hervorgeht (Seite 8).

TDIP betrieb zudem von Washington, DC aus umfangreiche Medienbeeinflussungen, indem man Journalisten fünfmal pro Woche über einen Newsletter mit angeblichen Russland-Kollusionsgeschichten über Trump versorgte und Berichte an Ermittler des FBI und des US Kongresses weiterleitete.



Vielleicht wäre es einfach besser gewesen, wenn die englische Kirche von Beginn an gar nicht erst mit Rom verbunden gewesen wäre.











 
von Martin D., akkreditierter und unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa, der derzeit an einem Buch über die Wandlung der Massenmedien in agendahafte politische Akteure schreibt.
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