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München
Über konsultorische Organisationen und die Geschichte der heimlichen Hauptstadt
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München

#Munich   #Germany  
Wenige Menschen scheinen den im Jahre 2005 erschienenen Steven Spielberg Film "München" gesehen oder Notiz davon genommen zu haben. Während viele andere Filme des jüdischen Starregisseurs weite Verbreitung genossen, schienen schon damals einige Zirkel den Streifen möglichst zügig ignoriert und für immer in Vergessenheit verbannt sehen zu wollen. Der Film beleuchtet in durchaus eindrucksvoller Weise, wie durch die Terrorattentate bei der Olympiade in der bayerischen Landeshauptstadt von 1972 München zum Beginn des internationalen Terrorismus wurde. Erst nach den katastrophalen Mördanschlägen an jüdische Spitzensportler, deren vollständige Aufklärung bis heute nicht erfolgt ist, wurde die Idee von Terroranschlägen im Ausland aus politischen Gründen erst wirklich salonfähig.

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München ist dabei seit längerer Zeit Ursprung von einer ganzen Reihe von äusserst ungewöhnlichen Sachverhalten. Beginnen müsste man eigentlich so um das Jahr 1918, etwas nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Damals waren einfache Marinesoldaten nach Rückkehr in die deutschen Heimathafen an der Nord- und Ostsee dermassen abgegessen von dem Verhalten ihrer elitären Offiziere an Bord, dass sie gegen die extrem hierarchischen Strukturen im Miltär revoltierten. Die Herren Offiziere verhielten sich nämlich auf den teils monatelangen Fahrten durchaus ähnlich wie die letzten französischen Könige in Versailles, während deren Matrosenkameraden unter Deck in beengten Verhältnissen sprichwörtlich verhungerten und krepierten.

Ein ehemaliger Offizier der Marine mit Namen Hermann Erhardt entschied sich um die Zeit der deutschen Novemberrevolution von 1918-19 und dem Ablösen des deutschen Kaiserreichs durch die Weimarer Republik, bewirkt ursprünglich durch die aufständischen Matrosesoldaten aus Wilhelmshaven und Kiel, eine gewisse 'Organisation Consul' aufzubauen.

Marinebrigadist Hermann Erhardt
Die militärisch an vielen Orten besiegten Offiziere als letzte Verteidiger des deutschen Kaisers weigerten sich, die neue politische Realität der Räte anzuerkennen. Der Name von Erhardts Organisation leitet von den sogenannten 'Consul' der letzten römischen Republik her, einer elitären politischen Klasse mit hohen Machtbefugnissen, welche sogenannte 'Fasces', ein seltsames Holzbündel gewickelt um einen Stab, bei öffentlichen Auftritten an und bei sich trugen.

Als Zentrale der 'Organisation Consul' wählte die Marine-Brigade Erhardt, die auf bis zu 4000 Mann anwuchs, ganz bewusst München. Dessen Milizsoldaten trugen schon um das Jahr 1919 herum mit als erste auf ihren Helmen das berühmte Hakenkreuz, welches erst Jahre später nach der Gründung der NSDAP in München ebenso als Hauptsymbol der Nazis genutzt und in alle Welt versucht wurde, getragen zu werden. Getarnt durch den Sitz der 'Bayerische Holzverwertungsgesellschaft' in München und gedeckt durch den damaligen Münchener Polizeipräsidenten Ernst Pöhner koordinierte Erhardts 'Organisation Consul' deutschlandweit Terroraktionen. Eine ganze Reihe von anti-monarchischen politischen Gegnern ließ man schlichtweg umbringen, darunter den ehemaligen Außenminister Walter Rathenau. Ein Mordversuch an Ministerpräsident Philipp Scheidemann scheiterte. Der deutschlandweite sogenannten 'Kapp-Putsch' von 1920, vorbereitet und ausgeführt durch Erhardts 'Organisation Consul', scheiterte nur knapp. Erfolgreich hingegen konnte man direkt in München die antimonarchische Rätebewegung niederschlagen, dessen Anführer und erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern Kurt Eisner wurde im Februar 1919 auf offener Strasse von Anton Graf von Arco, vermutlich assoziiert mit der 'Organisation Consul', ermordet. Aus welchen katholischen Gründen auch immer wählte man bei den bayerischen Wahlen kurz zuvor überwältigend eine konservative politische Partei, während man in fast allen anderen Regionen Deutschlands dem engültigen Ende der Monarchie überwiegend Beifall klatschte und andernorts als in Bayern in einer bewegten Zeit zunehmend politische Unterstützung zusprach.

Ziel ist die Bekämpfung alles Anti- und Internationalen, des Judentums, der Sozialdemokratie und der linksradikalen Parteien.

Satzung der 'Organisation Consul'

Viele Charakteristika der politisch-faschistischen Bewegungen in Europa gehen allesamt auf die sogenannten Einwohnerwehre explizit in Bayern zurück. Panische Angst vor den zumeist sozialdemokratisch geprägten politischen Räten als Ersatz für das extrem pyramidisch-organisierte Kaiserreich veranlasste die ehemals aristokratische Führung auch in München, die neuen politischen Realitäten aus dem Norden allesamt als gefährlich-kommunistisch zu brandmarken. Bayerische Bürger wurden vielerorts zur Bekämpfung alles Linksgerichteten bewaffnet. Zur Stärkung der Einwohnerwehre wurden explizit in München internationales Aufsehen erregende Schützenmärsche und Schießwettbewerbe organisiert, an denen zehntausende Stolz in Fahnenumzügen teilnahmen. Als Kennzeichen der Mitgliedschaft von Einwohnerwehren trugen die Bayern bereits 1920 klar erkennbare Armbinden bei ihren Massenzusammenkünften.

Wegen des gescheiterten Kapp-Putsches und explizitem Druck der allierten Siegermächte des ersten Weltkrieges wurde die bayerische Bevölkerung entwaffnet und die Einwohnerwehr 1921 offiziell aufgelöst.

Karl-Ernst Haushofer und Rudolph Hess
Nach seinem gescheiterten Putschversuch von 1923 vom Münchener 'Bürgerbräukeller' aus legte Adolf Hitler nach dessen folgendem Nobel-Haftaufenthalt in Landsberg mit bayerischer Unterstützung dafür dann aber erst so richtig los.

Im Landsberger Gefängnis saß Hitler nicht etwa alleine, sondern begleitet in einer Nebenzelle von seinem Freund Rudolph Heß. Heß kam 1919 nach München, wo er sich an der Universität München für verschiedene Studien einschrieb und schnell eine enge Freundschaft mit einem seiner Professoren namens Karl-Ernst Haushofer etablierte. Der Münchner Professor Haushofer, der an die unsinnige und inzwischen wissenschaftlich widerlegte Behauptung glaubte, dass sich das menschliche Erbgut nur durch den Akt der sexuellen Fortpflanzung und Evolution verändern würde, besuchte Hitler und Heß vom Sommer bis Herbst 1924 im Landsberger Gefängnis. Vom 24. Juni bis zum 12. November 1924 fuhr Haushofer jeden Mittwoch die 100 km von München zum Landsberger Gefängnis, um vormittags und nachmittags intensive Gespräche mit Hitler und Heß zu führen. Der Münchner Karl-Ernst Haushofer war es auch, der seinen beiden Gefängnisschülern die darwinistische Vorstellung einpflanzte, dass eine genetisch überlegene Rasse das Recht habe, sogenannten 'minderwertigen Rassen' Platz wegzunehmen um so ihren Lebensraum zu erweitern.

Die Anfänge der NSDAP und deren sogenannte "nationale und sozialistische(!) Bewegung" waren somit ohne die Unterstützung und dem Tragen von vielen explizit in Bayern und München undenkbar. Die Reste und Ausläufer der zuvor verbotenen 'Organisation Consul' wurden ebenso einige Jahre später in die nationalsozialistische SS-Abteilung integriert,
Als Hauptsitz des vom Ex-Nazi General Reinhard Gehlen neu gegründeten BND, dessen offizieller Direktor Gehlen später sogar wurde, wählte man anfänglich keinen anderen Ort als Pullach, direkt an der Isar am Stadtrand von München gelegen.
obwohl sich Marine-Offizier Erhardt angeblich nicht sonderlich mit Adolf Hitler verstanden haben soll. Marinebrigadist Erhardt emigrierte später aus Nazideutschland und wurde österreichischer Staatsbürger.

Während man vielerorts dachte, dass spätestens nach 1945 die nationalsozialistische Partei, hochrangige Nazi-Generäle, Offiziere und Verantwortliche vollständig aus dem deutschen Staatswesen entfernt wurden, gab es erneut erstaunliche Ausnahmen in Bayern und besonders München. Reinhard Gehlen, lange Jahre im inneren militärischen Beraterkreis von Adolf Hitler, versenkte kurz vor Kriegsende in einem bayerischen See Tonnen mit wassergeschützen Fotoaufnahmen aus Russland, für welche er als ranghoher Nazi-General zuständig war. Die US-Amerikaner waren nicht nur davon begeistert, sondern ebenso von seinem Spionagenetzwerk in Russland und andernorts, als der inhaftierte ex-Nazi General ihnen davon berichtete. So sehr, dass man Reinhard Gehlen Ende 1945 flugs in die USA beorderte, wo er wohl auch bei der Gründung und Aufstellung der damals brandneuen CIA so ab 1948 behilflich war.

Offensichtlich hinterließ Reinhard Gehlen einen ausgesprochen guten Eindruck in den USA, denn nur wenige Jahre später wurde er nach Deutschland zurückbeordert. Zuvor war es ihm mit offizieller amerikanischer Unterstützung erlaubt, nicht die Organisation Consul, sondern nun die sogenannte Organisation Gehlen mit 350 ehemaligen SS-Offizieren zu gründen.

Operation Upswing
Diese fusionierte schon bald mit dem deutschen CIA-Äquivalent, dem Bundesnachrichtendienst oder BND, wobei anzunehmen ist, dass der eigentliche Kern des BND eben jene Organisation Gehlen war, die frühzeitig mit US-amerikanischer Macht alles nur erdenkliche anstellte, damit auch jegliche linksgerichtete oder ehemalige Nazi-Widerstandsorganisation in fast allen europäischen Ländern keine wichtige politische Kraft werden konnte. Dies ist durchaus bestätigt durch freigegebene US-Regierungsdokumente. Diese belegen, dass während der 'Operation Upswing' BND Mitarbeiter der Organisation Gehlen - genannt Gehlendorfer - im selben Mietkomplex in München untergebracht waren im Jahr 1959 wie lokale US-Konsulatsmitarbeiter. Als Hauptsitz des vom Ex-Nazi General Reinhard Gehlen neu gegründeten BND, dessen offizieller Direktor Gehlen später sogar wurde, wählte man anfänglich keinen anderen Ort als Pullach, direkt an der Isar am Stadtrand von München gelegen.

München wurde nach 1945 natürlich auch Zufluchtsort für Kriegsflüchtlinge. Nicht nur für solche, die es wirklich waren, sondern offenbar auch für ehemalige Mörder. Der offene Antisemit und ukrainische "Nationalheld" Stepan Bandara, rekrutiert in 1939 von den Nazis um Terroraktionen gegen Juden in Polen durchzuführen, flüchtete nach Kriegsende aus seinem Land und fand mit seiner Familie nirgendwo anders Unterschlupf als in München. Dort entdeckten ihn angeblich KGB Agenten, die ihn im Oktober 1959 mit Zyanid-Gift ermordeten. Stepan Bandaras Grab ist bis heute in München.



Der BND war fortan besonders kreativ im Zusammenspiel mit der CIA. Im Jahr 1970 kaufte man versteckt über einen Offshore-Fonds gemeinsam mit dem CIA die Mehrheitsanteile der Schweizer Firma 'Crypto AG' auf, die exklusiv für fast alle Regierungen der Welt Dechiffriermaschinen für die Verschlüsselung von deren hochsensitiven Telegramme herstellten. Mit Nachdruck wurden einige Schweizer Ingenieure jedoch angewiesen, technische Bauteile in die Maschinen zu verlöten, die es der BND-Zentrale und dem CIA exklusiv ermöglichten, die angeblich vollständig geschützten Nachrichten zu lesen, wann immer man wollte. Man versorgte so auch von Pullach aus z.B. die britische Regierung mit Lageplänen der argentinischen Streitkräfte während des kurzzeitigen Falkland-Krieges, und unterstützte auch den Putsch von Diktator Pinochet in Chile, der über alle Absichten der vorherigen chilenischen Regierung zeitnah informiert wurde. Der gigantische Spionageskandal kam ans Licht, nachdem ein Schweizer Vertreter der Crypto AG in den 1970er Jahren bei einem Routinebesuch im Iran plötzlich wegen Spionage verhaftet wurde. Nur nach viel diplomatischem Aufwand konnte er nach 9 Monaten Aufenthalt in einem iranischen Gefängnis wieder zurück nach Hause in die Schweiz zurückkehren.

Herr Hagelin teilte mit, dass er kürzlich die Firma Siemens in München im Zusammenhang mit dem Verkauf von Chiffre-Fernschreibmaschinen mit Einwegband besucht habe (der Anlass für diesen Besuch war offenbar, dass er von dem Verkauf solcher Geräte an bestimmte Länder gehört hatte, von denen er annahm, dass es sich um Länder hinter dem eisernen Vorhang handelte, oder dass sie in diese Richtung tendierten). Er sagte ihnen, er wolle herausfinden, ob an diesen Geschichten etwas dran sei.

Veröffentlichtes CIA Memorandum über Crypto AG Gründer Hagelin, page 6

Die geradezu dilettantischen Entscheidungen der Münchener Polizeioberen bei der Geiselnahme und anschließenden Ermordung von jüdischen Spitzensportlern während der Olympiade von 1972 sind derzeit mindestens erwiesen. Familienangehörige in Israel haben seit Jahren gegen die Stadt München erfolglos geklagt, erst vor kurzem wurde aus München bekannt gegeben, dass man eventuell weitere Entschädigungszahlungen stattgeben, und unter Verschluss gehaltene Dokumente veröffentlichen werde.


Wahrscheinlich ähnlich wie im Steven Spielberg Film "München" von 2005. Schnell wieder vergessen und tief unter einem weiteren jährlichen Oktoberfestspektakel vergraben, wie so vieles in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands.







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