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Von Riesenwellensurfern und stehenden Wellen

Von Riesenwellensurfern und stehenden Wellen

Wie ein kalifornischer Wellenreiter in München fast umkam
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Die Wellen sind riesig. Ein Wirbelsturm weit draußen im Pazifik hat die enormen Wellen zum Ufer von San Diego getrieben. Der Strand ist für das Baden gesperrt, selbst im Radio berichten die Nachrichtensprecher von den Wellen des Jahrzehnts. Jeder, der irgendetwas mit Surfen zu tun hat, ist auf den Beinen, um sich die Brecher anzuschauen. Ich nehme mein Surfbrett, suche mir eine Stelle, an der man noch einigermassen nach draussen paddeln kann und sitze schon bald im Wasser auf meinem Brett – dort vor der unsichtbaren Linie im Wasser, wo die Wellen hinter mir brechen und zu einer klaren Wasserröhre werden, bevor sie mit tosendem Geräusch und lautem Knall nach unten krachen um zu einem wilden und turbulenten, weißen Wasserschaum zu werden, das wieder mit dem Ozeanwasser verschmilzt.

Ich sitze auf meinem Surfbrett und versuche, die Wellen zu spüren. Sie heben mich fast 9 Meter hoch und wieder runter - ich schaue, wie lang das Wellental ist und wie lange es dauert, bis der nächste Wasserberg langsam aber unaufhaltsam heran rollt. Schließlich suche ich mir eine Welle heraus, drehe mein Surfbrett in Richtung Strand und paddle mit Armen und Beinen, da das Wellental versucht, mich zurück nach hinten zu ziehen. Dann endlich kommt der hohe Wasserberg mit all seiner Energie. Eine geballte Ladung Kraft, die man zunächst durch die rasante Erhebung seines Körpers samt Surfbrett bemerkt.

Noch vor dem höchsten Punkt der sich aufbäumenden Welle drücke ich mich mit Armen und Beinen auf dem Surfbrett hoch und versuche, mich in einem Balanceakt auf das Brett zu stellen. Das Wachs verhindert zunächst, dass meine Füße ausrutschen. Doch kaum stehe ich auf dem Brett, merke ich, wie mein Körpergewicht ungleichmäßig auf eine Seite verteilt ist. Das Surfbrett drückt mit der linken Kantenseite in das Wasser hinein und ist auch durch meine Gewichtsverteilung nicht mehr auszugleichen. Ich verliere die Balance und falle vom Surfbrett in das Wasser.

Zunächst ist es für eine winzig kurze Zeit ruhig unter Wasser. Man stürzt ja nicht wie bei einem Motorrad auf hartem Asphalt und auch der nahe Wellenberg hat sein Maximum noch nicht ganz erreicht. Von außen unbemerkt aber befindet man sich hier inmitten des Wassers in einer Art Energiependel, das vom Wind erzeugt und über tausende von Kilometern bis hierher zur Küste gewandert ist und nun nicht mehr in gewohnter Ruhe von der Wasseroberfläche zum Meeresboden und wieder zurück oszillieren kann. Dafür ist es nach den Tiefen des Pazifiks hier in Ufernähe einfach zu flach. Die geballte Pendelenergie aber will sich unbedingt so wie auch weit draussen im Pazifik ausdrücken und kann wegen seiner nun aufgestauten, enormen Energie auch die Höhengrenze der Wasseroberfläche überwinden. Sie holt sich Wassermassen von hinten und bricht nach oben aus. Nachfolgende Energiewälle treffen aufgestaut hinzu und so entsteht der von außen für jedermann zu sehende Wasserberg, den die meisten Menschen mit einer Welle gleichsetzen und der letztlich aber die von außen sichtbare Manifestation einer aufgestauten, nach oben ausbrechenden Pendelenergie des Wassers von der Oberfläche zum Meeresboden und wieder zurück ist.

Bald geht es auch für meinen Körper nun nicht mehr kurzzeitig nach hinten, sondern rasant und wie in einem Turbo-Fahrstuhl nach oben, denn die geballte Kraft macht inmitten der Wassermassen überhaupt keinen Unterschied mehr zwischen mir und den Wassermolekülen. Die Energie will weiter und weiter mit mir und dem Wasser nach oben ausbrechen, ohne das irgendjemand oder etwas sie daran hindern könnte, so scheint es. Doch irgendwann sind die nach oben gedrückten Wassermassen zu schwer. Es ist die Erdanziehung, die dem in den Himmel stürmenden Wasserwall ein Ende bereitet.

Der Moment kurz vor dem Brechen einer klaren, sauberen Ozeanwelle, ist wie eine Symphonie der Natur. Vier Kraftbewegungen des Wassers haben für einen kurzen Augenblick ein völliges Gleichgewicht geschaffen. Schon als Wellenreiter war mir dieser Moment etwas ganz besonderes - ein winziger Moment der Ruhe und der Balance. Wie eine Art Portal, durch das man in ein anderes Dasein kurz erlaubt ist, hineinzutreten, bevor der Wellenritt beginnt.

Ich scheine unter Wasser irgendwo dort weit oben an der Spitze des Wasserberges angelangt zu sein, einer Art Kreisbewegung der Wassermoleküle folgend. Und dann geht es schließlich im Sturzflug nach unten, mit den brechenden Wassermassen zusammen durch die durch den gleichzeitigen Sog und Sturz des Wassers entstandene Röhre hindurch. Vielleicht ist ein Vergleich mit einer Judo-Übung angebracht, in der man von seinem Lehrmeister mit den Armen gepackt, an ihn gezogen und dann mit einer rasanten Hüftbewegung, die man völlig außerstande ist auch nur irgendwie nachzuvollziehen, auf die Matte geworfen wird.

Nachdem ich also aus wilder Höhe unter Wasser geschmissen wurde, prallen schwere Wassermassen von oben hinterher. Sie drücken mich zunächst tiefer unter Wasser und bilden dort chaotische Wirbel von so enormen Ausmaß, dass man den Eindruck hat, hier in diesem kochenden Weißwasser würden alle Gesetze der physikalischen Welt ausgehebelt. Mein Körper wird wie ein Spielzeug mit derartiger Wucht hin- und her-, hoch- und wieder heruntergeworfen, das der Gleichgewichtssinn eines jeden menschlichen Körpers einfach nicht mehr mitkommt und schlichtweg eine Pause einlegt. Das Resultat ist, dass ich nun - noch immer unter Wasser - der Waschtrommel zwar langsam entkommen konnte, ich dafür aber meinen Orientierungssinn nun vollständig verloren habe.

So langsam wird mir auch die Luft knapp und ich versuche mit ersten Anzeichen von Panik, wieder an Sauerstoff zu gelangen. Doch noch immer unter Wasser gedrückt, habe ich, da orientierungslos, überhaupt keine Ahnung in welche Richtung die rettende Wasseroberfläche überhaupt liegt. Tauche ich gar weiter nach unten in die Tiefe ? Bewege ich mich etwa nur seitwärts ? Es ist dies ein Moment der völligen Hilflosigkeit in einer ansonsten sanften Umgebung, die ein erwachsener Mensch selten so erleben kann.

Auf die einsetzende Panik, besonders bei einem ersten solchen Erlebnis, folgt die Einsicht, dass die einzige Rettung nur darin besteht, sich vollends in die Hände Gottes zu begeben und darauf zu hoffen, dass die Gesetze der Natur auch wirklich so wirken, wie sie angelegt wurden – das der Auftrieb dafür sorgen wird, dass man von alleine wieder an die Oberfläche gelangt, um dort endlich nach der rettenden Luft zu schnappen ...



Jahre später laufe ich eines Tages in der Stadt München durch den Englischen Garten bei schönstem Sommerwetter und stehe plötzlich am Eisbach, einem kleinen Seitenfluss der Isar mit einer starken Wasserströmung. An einer Stelle des Baches trifft der rasant fließende Fluss auf ein Hindernis unter Wasser und baut eine Welle auf.

Von beiden Seiten des Flusses springen abwechselnd vom linken und rechten Ufer Surfer auf die sogenannte stehende Welle, um diese für wenige Minuten oder Sekunden abzureiten. Zuerst denke ich, ich bin in einem falschen Film, da Wellenreiter ja eher mit Kalifornien oder Australien in Verbindung gebracht werden und nicht gerade mit München. Aber schon bald hat sich mein Auge an die Neoprenanzüge und das Wachs auf den Surfbrettern gewöhnt und ich denke an meine Zeit als Wellenreiter.

So beobachte ich die Eisbach-Surfer eine Weile, bis ich bemerke, das etwas gänzlich anders ist hier auf dieser Flusswelle. Während ein Surfer auf einer Ozeanwelle die Energie der Welle nutzt, um sich und sein Surfbrett zu beschleunigen und mit recht hoher Geschwindigkeit die Welle abreitet, stehen die Eisbach-Surfer praktisch immer auf derselben Stelle. Sie bewegen sich nur seitwärts, vom linken Uferrand zum rechten und wieder zurück, immer dieselbe stehende Welle abreitend, ohne in irgendeiner Form Fahrt nach vorne aufzunehmen.

Für den Eisbach-Surfer selbst muss eine Art Surf-Illusion im Kopf entstehen, denn er schaut vom Brett herunter auf das rasant unter dem Surfboard strömende Wasser, so als würde er wirklich surfen. Nur der Blick von ausserhalb des Flusses verrät jedoch, dass nicht er es ist, der sich mit seinem Board wirklich fortbewegt, sondern lediglich das unter ihm strömende Fluss-Wasser. Der Eisbach-Surfer steht mehr oder weniger still auf einer stehenden Flusswelle.

Das Gegenstück zum Eisbach-Surfer sind wohl die sogenannten Riesenwellen-Surfer - eine Hand voll Männer auf der Welt, die physisch und psychisch dazu in der Lage sind, riesige Ozeanwellen abzureiten. Wenn man Filme von solchen Wellenritten sieht, wird man schnell besorgt darüber, ob und wie dieser kleine Punkt Mensch mit Brett an den Füßen aus dem hinter ihm her rollenden Riesen-Wasserberg jemals wieder heil heraus gelangen kann. Riesenwellen-Surfer tragen manchmal eine kleine Sauerstoffampulle bei sich, damit sie im Falle eines Sturzes während des kaum vorzustellenden Waschganges unter Wasser nicht ertrinken.


Riesenwellensurfer sind für mich auch geistig gesehen jene Surfer, die auf ihren Boards riesige, sich hinter ihnen auftürmende Wellen abzureiten verstehen.

Sobald man als Riesenwellensurfer nach einem der Riesen-Ritte wieder zurück am Strand ist, kommen aber immer wieder alle möglichen Eisbach-Surfer und versuchen, die Leine anzuschneiden, das Wachs zu klauen, oder gar das Surfbrett klein zu hacken. Jeder, der wirklich surft, kennt diese Art von Neid.

Abhilfe schafft nur eins: wieder ab in die echten Wellen.





Da ich ja vier Jahre in San Diego gelebt habe und dort meinen MIBA an einer Universität machen konnte, die direkt oberhalb der noch damaligen Top Gun Schule der Miramar Navy Base in San Diego lag (Mitte 1996 Umzug nach Nevada) und wir oftmals die F14 und F16 Jets hören konnten, wie sie über unsere Hörsääle zum Landeanflug übergingen, manchmal auch das eine oder andere gewagte Flugmannöver beobachten konnten, habe ich dieser Tage ein paar Filmausschnitte finden können für alle diejenigen, die sich den einen oder anderen unrussisch-gekaperten MiG-Abfang-Jäger in die Nähe geholt haben sollten:



...und falls jemand noch Hilfe mit Rechtsanwälten oder auch dem einen oder anderen sog. „Gesetzeshüter“ benötigt, hier eine kleine Hilfe und Anleitung bezüglich dessen, was passieren könnte:



Zitat aus dem Vorspann des Films:

Am 3. März 1969 haben die United States Navy eine Eliteschule für die besten ein Prozent ihrer Piloten gegründet. Ihr Ziel war es, die verloren gegangene Kunst des Luftkampfes zu unterrichten und sicherzustellen, dass die handvoll Männer, die dort bestanden, die besten Kampfpiloten der Welt sind. Sie haben es geschafft. Heute heisst diese Schule 'Fighter Weapons School'. Die Piloten nennen sie: TOP GUN.








 
von Martin D., akkreditierter und unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa, der derzeit an einem Buch über die Wandlung der Massenmedien in agendahafte politische Akteure schreibt.

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